Bachelor of Science (B.Sc.)

Auch: B.Sc., BSc, Bachelorgrad, Abschlussbezeichnung Bachelor

Bachelor of Science (B.Sc.) ist ein akademischer Grad nach einem Bachelorstudium. Vergeben wird er nach den Landesverordnungen auf Grundlage von § 6 der Musterrechtsverordnung, je nach Fächergruppe und inhaltlicher Ausrichtung des Studiengangs.

Bachelor of Science (B.Sc.) heißt der akademische Grad, den ein erfolgreich abgeschlossenes Bachelorstudium in bestimmten Fächergruppen einbringt; in der Wirtschaftspsychologie führen die meisten Bachelorstudiengänge zu ihm. Welche Studiengänge den B.Sc. vergeben, regeln die Studienakkreditierungsverordnungen der Länder. Deren gemeinsame Vorlage ist die Musterrechtsverordnung der Kultusministerkonferenz.

Rechtlicher Rahmen: Abschlussbezeichnungen nach § 6 MRVO

Die Musterrechtsverordnung in der Fassung vom 21.11.2024 nennt in § 6 Abs. 2 die Bezeichnungen für Bachelor- und konsekutive Mastergrade. Den Bachelor of Science sieht sie für die Fächergruppen Mathematik, Naturwissenschaften, Medizin sowie Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften vor, in den Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften dann, wenn die inhaltliche Ausrichtung dafür spricht. Den Bachelor of Arts (B.A.) nennt sie unter anderem für Sprach- und Kulturwissenschaften und Sozialwissenschaften, bei entsprechender Ausrichtung ebenfalls für Wirtschaftswissenschaften. Die Psychologie ist in der Liste nicht eigens aufgeführt. Bei interdisziplinären Studiengängen richtet sich die Bezeichnung nach dem Fachgebiet, dessen Bedeutung im Studiengang überwiegt (§ 6 Abs. 2 Satz 4).

  • Fachliche Zusätze zum Grad sind ausgeschlossen (§ 6 Abs. 2 Satz 2): Der Grad heißt Bachelor of Science, das Fach ergibt sich aus dem Studiengang.
  • Nach einem Bachelorstudiengang wird nur ein Grad verliehen, außer bei Mehrfachabschlüssen (§ 6 Abs. 1 Satz 1).
  • Der Grad unterscheidet sich nicht nach der Regelstudienzeit (§ 6 Abs. 1 Satz 2) und laut Begründung auch nicht nach dem Hochschultyp.
  • Das Diploma Supplement ist Bestandteil jedes Abschlusszeugnisses und gibt Auskunft über das Studium im Einzelnen (§ 6 Abs. 4).

Rechtsverbindlich sind allein die Landesverordnungen; die meisten Länder haben sie 2025 geändert (Übersicht des Akkreditierungsrats, Stand Oktober 2026).

Wie der Grad zustande kommtWie der Grad zustande kommtnach § 6 MRVO, Fassung 21.11.20241FächergruppeB.Sc. oder B.A. nach § 6 Abs. 22Inhaltliche Ausrichtungüberwiegendes Fachgebiet zählt3GradBachelor of Science, ohne Zusatz59 von 66 Kern-Bachelor: B.Sc.im Verzeichnis, Stand Oktober 2026.Der Grad sagt nichts über Daueroder Psychologieanteil.
Abb.: Wie sich die Abschlussbezeichnung Bachelor of Science ergibt (Vorlage der Landesverordnungen) und wie oft sie in der Wirtschaftspsychologie vorkommt. Quelle: Musterrechtsverordnung; Recherche wirtschaftspsychologie.com, Stand Oktober 2026.

Drei Stufen: Erstens die Fächergruppe, für die Paragraf 6 Absatz 2 der Musterrechtsverordnung den B.Sc. oder den B.A. vorsieht. Zweitens die inhaltliche Ausrichtung des Studiengangs, bei interdisziplinären Studiengängen zählt das überwiegende Fachgebiet. Drittens der Grad Bachelor of Science ohne fachlichen Zusatz. Darunter: 59 von 66 Kern-Bachelorstudiengängen Wirtschaftspsychologie schließen mit dem B.Sc. ab; der Grad sagt nichts über Dauer oder Psychologieanteil.

Bachelor of Science im Studium der Wirtschaftspsychologie

In der Recherche von wirtschaftspsychologie.com (Stand Oktober 2026) führen 59 der 66 Kern-Bachelorstudiengänge Wirtschaftspsychologie zum B.Sc., die übrigen sieben zum B.A. Die Zahlen zeigen, was der Grad nicht aussagt:

  • Dauer: Von den 59 B.Sc.-Studiengängen nennen 25 einen Umfang von 180 ECTS-Punkten, 18 von 210 und einer von 240; bei zwei sind es mehrere Varianten, 13 machen keine Angabe.
  • Trägerschaft: 31 werden an staatlichen und 26 an privaten Hochschulen angeboten, 2 von Programmträgern, die den Abschluss einer anderen Hochschule führen.

Auch über den Anteil der Psychologie, der Wirtschaftsfächer oder der Methodenausbildung sagt der Grad nichts. Das zeigen erst das Modulhandbuch und das Diploma Supplement. Ob ein Bachelor für einen bestimmten Master reicht, hängt an den ECTS-Punkten, an Fachanteilen und den Zugangsregeln des Masters, nicht am Grad; mehr dazu im Eintrag konsekutiver und weiterbildender Master.

Abgrenzung: Grad und Approbation

Die Approbation als Psychotherapeutin oder Psychotherapeut, die nach § 1 PsychThG für die Ausübung der Psychotherapie unter dieser Berufsbezeichnung nötig ist, setzt unter anderem den erfolgreichen Abschluss eines eigenen Studiums und die bestandene psychotherapeutische Prüfung voraus, eine staatliche Prüfung nach § 10 PsychThG (§ 2 Abs. 1 Nr. 1 PsychThG). Dieses Studium dürfen nur Universitäten und ihnen gleichgestellte Hochschulen anbieten: fünf Jahre in Vollzeit mit 300 ECTS-Punkten, aufgeteilt in einen Bachelor, der polyvalent ausgestaltet sein kann, und einen darauf aufbauenden Master (§ 9 PsychThG). Beide Studiengänge müssen akkreditiert sein; ob die berufsrechtlichen Voraussetzungen eingehalten sind, stellt die nach Landesrecht für Gesundheit zuständige Stelle fest (§ 9 Abs. 4 PsychThG, Rechtsstand Oktober 2026). Ein Wirtschaftspsychologie-Studium ist kein solches Studium, und der Grad B.Sc. sagt darüber nichts.

Was das für ein Studium der Wirtschaftspsychologie bedeutet, beschreiben die Ratgeber Wirtschaftspsychologie oder Psychologie und Nach dem Bachelor Wirtschaftspsychologie. Wie Studiengänge geprüft werden, erklärt der Eintrag Akkreditierung.

Verwandte Begriffe

Quellen

Stand der Angaben: Oktober 2026

Alle Begriffe im Glossar Wirtschaftspsychologie