Meldung · Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), 19.09.2026
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hat am 19. September 2026 einen Kurzbericht zur sogenannten Schatten-KI vorgelegt. Die beiden IW-Ökonominnen, die ihn verfasst haben, verstehen darunter den beruflichen Einsatz von KI-Anwendungen, die nicht vom Arbeitgeber gestellt werden. Das geschieht nicht zwingend heimlich oder gegen Regeln, entzieht sich aber der Steuerung durch den Betrieb. Datengrundlage ist eine repräsentative IW-Beschäftigtenbefragung mit knapp 5.000 Teilnehmenden aus dem März und April 2026. Ausgewertet wurden die Angaben der 2.793 Befragten, die KI im Beruf nutzen.
Von ihnen arbeiteten 29,1 Prozent mit Werkzeugen außerhalb des betrieblichen Angebots. Unter den Beschäftigten unter 30 Jahren lag der Anteil bei 38,4 Prozent, bei den über 55-Jährigen bei 20,7 Prozent. In Betrieben mit weniger als 50 Beschäftigten betrug er 33,5 Prozent, in Betrieben ab 250 Beschäftigten 25,5 Prozent. Einen deutlichen Unterschied zeigt die Auswertung bei der Förderung durch den Arbeitgeber: Wer beim Arbeitgeber eine starke Förderung von KI-Kompetenzen wahrnahm, nutzte zu 44,5 Prozent nicht bereitgestellte Anwendungen, wer keinerlei Förderung erkannte, zu 21,3 Prozent.
Die Autorinnen weisen darauf hin, dass die Querschnittsdaten auf Selbstauskünften beruhen und einen stabilen Zusammenhang, aber keine Wirkrichtung belegen. Sie deuten die Schatten-KI als Signal, dass Beschäftigte KI schneller ausprobieren, als Betriebe passende Angebote bereitstellen. Als Ansatzpunkte nennen sie Qualifizierung, datenschutzkonforme Werkzeuge und verständlich kommunizierte Nutzungsregeln. Von bloßen Verboten erwarten sie wenig, weil diese vor allem die besonders aktiven Beschäftigten treffen würden.
Für die Personal- und Organisationsarbeit verknüpft der Bericht Fragen der Kompetenzentwicklung mit Fragen der IT-Steuerung und des Datenschutzes.
Originalmitteilung: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), 19.09.2026: Mitteilung lesen (abgerufen 2026-10-22)