ifo-Studie: Digitalisierung und Fehltage bei körperlicher Arbeit

Meldung · Quelle: ifo Institut, 23.09.2026

Das ifo Institut hat am 23.09.2026 Ergebnisse einer gemeinsamen Untersuchung mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und der Universität Konstanz veröffentlicht. Sie fragt, wie die Digitalisierung von Arbeitsplätzen mit der Gesundheit der Beschäftigten zusammenhängt. Gemeint ist nicht die klassische Computerisierung, sondern vernetzte Maschinen und Sensorik, Robotik, Big-Data-Anwendungen, Künstliche Intelligenz sowie virtuelle und erweiterte Realität.

Grundlage sind repräsentative Befragungen von Betrieben und Beschäftigten zur Nutzung digitaler Technik sowie Sozialversicherungsdaten aus den Jahren 2011 bis 2019. Gesundheit wurde zweifach gemessen: als Selbsteinschätzung zwischen 0 und 10 sowie als Zahl der Krankheitstage, bezogen auf das Jahr vor der Befragung. Statistisch kontrolliert wurden unter anderem Alter, Bildung, Einkommen, der frühere Gesundheitszustand, Persönlichkeit, Beruf, Branche und Merkmale des Betriebs.

Bei Beschäftigten, die überwiegend körperlich arbeiten, ging ein höherer Digitalisierungsgrad mit schlechterer Gesundheit einher; ihre jährlichen Fehltage lagen im Schnitt um rund 20 Prozent höher. In Büro- und Wissensberufen zeigte sich kein solcher Zusammenhang, obwohl beide Gruppen vergleichbare Veränderungen wie komplexere Aufgaben und mehr Zeitdruck erlebten. Wer an Schulungen für die digitale Arbeit teilgenommen hatte, wies kaum schlechtere Gesundheitswerte und keine zusätzlichen Fehltage auf. Beschäftigte, die sich von Vorgesetzten gut unterstützt fühlten, hatten deutlich weniger zusätzliche Krankheitstage. Höhere Löhne glichen die Belastung nach den Daten nicht aus. „Eine mögliche Erklärung ist Technostress“, sagt Dr. Oliver Schlenker vom Ludwig Erhard ifo Zentrum.

Für Arbeits- und Organisationspsychologie und Personalarbeit rückt die Studie Beschäftigte außerhalb des Büros in den Blick und benennt Weiterbildung und Führungsverhalten als Merkmale, die mit geringeren gesundheitlichen Folgen verbunden waren.

Originalmitteilung: ifo Institut, 23.09.2026: Mitteilung lesen (abgerufen 2026-10-22)