Meldung · Quelle: Universität Bielefeld, 07.10.2026
Wie sich Veränderungen bei sogenannten illegitimen Aufgaben auf Beschäftigte auswirken, hat ein Team der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Bielefeld untersucht. Die Hochschule hat die Ergebnisse am 07.10.2026 mit Blick auf den Welttag der psychischen Gesundheit am 10. Oktober vorgestellt. Die Arbeit ist in der Fachzeitschrift Work & Stress erschienen. Beteiligt ist Prof. Dr. Kai C. Bormann, der an der Universität Bielefeld Personal- und Familienunternehmensmanagement vertritt und am Institut für Familienunternehmen Ostwestfalen-Lippe (iFUn) forscht.
Als illegitim gelten in der Arbeitspsychologie Tätigkeiten, die Beschäftigte für überflüssig halten oder die aus ihrer Sicht nicht zu ihrer Rolle passen. Das Team befragte Beschäftigte in zwei Studien wiederholt, einmal im täglichen und einmal im wöchentlichen Abstand, und konnte so Veränderungen im Zeitverlauf erfassen. Angaben zur Größe der Stichproben enthält die Mitteilung nicht.
Nicht nur ein Zuwachs, sondern auch ein Rückgang solcher Aufgaben ging mit stärkerer emotionaler Erschöpfung einher als ein gleichbleibender Umfang. Als mögliche Erklärung nennen die Forschenden Unsicherheit: Wenn sich Aufgaben verschieben, kann offen sein, welche Erwartungen künftig gelten. „Weniger belastende Aufgaben sind grundsätzlich eine gute Nachricht“, sagt Bormann. Auch eine Entlastung könne aber Fragen aufwerfen.
Für die Personal- und Organisationsarbeit zeigt die Studie, dass sich Belastung nicht allein am Umfang von Aufgaben ablesen lässt. Bormann folgert daraus für die Praxis, dass geänderte Aufgaben begründet und Nachfragen ermöglicht werden sollten. Bedeutung haben die Ergebnisse nach Angaben der Hochschule auch für Familienunternehmen, in denen Zuständigkeiten mitunter über Jahre informell gewachsen sind. In einem weiteren Projekt des iFUn geht es darum, wie Führungskräfte je nach Introversion oder Extraversion mit Unsicherheit umgehen.
Originalmitteilung: Universität Bielefeld, 07.10.2026: Mitteilung lesen (abgerufen 2026-10-22)