Meldung · Quelle: Evangelische Hochschule Nürnberg, 09.10.2026
Eine Forschungsgruppe um Prof. Dr. Dennis John von der Evangelischen Hochschule Nürnberg hat die Annahmen der transaktionalen Stresstheorie im Alltag geprüft. Die Hochschule hat die Ergebnisse am 09.10.2026 vorgestellt; die Studie ist in der Fachzeitschrift PLOS Digital Health erschienen. Beteiligt waren außerdem Forschende der Universität Salzburg und der Universität Wien.
Ausgewertet wurden 2.908 Alltagsmessungen von 164 Personen. Erhoben wurden sie mit der Smartphone-App TrackYourStress über wiederholte Abfragen im Alltag. Für die Auswertung nutzte das Team bayesianische Mehrebenenmodelle.
Nach der Theorie hängt Stress von der Einschätzung einer Lage ab: wie bedeutsam sie erscheint und ob die eigenen Mittel zur Bewältigung ausreichen. Die Daten stützen dieses Zusammenspiel. Stress trat vor allem dann auf, wenn eine Situation als wichtig galt und die Ressourcen zugleich knapp erschienen. Das Gefühl, einer Situation gewachsen zu sein, ging deutlich mit geringerem Stress einher, und zwar im Vergleich verschiedener Personen ebenso wie bei Schwankungen innerhalb einer Person. Faktoren, die Menschen dauerhaft voneinander unterscheiden, erklären demnach auch, wann eine einzelne Person mehr oder weniger Stress erlebt.
Die Hochschule folgert daraus, dass Angebote zur Stressbewältigung, die nur einmalig ansetzen, die täglichen Schwankungen zu wenig berücksichtigen. Sie sieht in smartphonebasierten Anwendungen mit regelmäßigen Abfragen eine Möglichkeit, belastende Momente früh zu erkennen. Für die Forschung zu Belastung in Arbeit und Studium zeigt die Studie, wie sich mit wiederholten Messungen je Person Unterschiede zwischen und innerhalb von Personen gemeinsam untersuchen lassen.
Originalmitteilung: Evangelische Hochschule Nürnberg, 09.10.2026: Mitteilung lesen (abgerufen 2026-10-22)