Meldung · Quelle: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 13.10.2026
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat am 13. Oktober 2026 im IAB-Forum eine Analyse dazu veröffentlicht, ob Künstliche Intelligenz die Beschäftigung von Berufseinsteigern in Deutschland bereits schmälert. Grundlage sind monatliche Beschäftigtendaten der Bundesagentur für Arbeit für den Zeitraum Januar 2021 bis Dezember 2025, die im Schnitt rund 22,3 Millionen sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte zwischen 20 und 64 Jahren erfassen. Die KI-Betroffenheit eines Berufs misst das Team daran, welcher Anteil der Tätigkeiten sich mit Sprachmodellen deutlich schneller erledigen ließe. Erfasst wird damit das Potenzial, nicht der tatsächliche Einsatz in den Betrieben.
Einen allgemeinen Einbruch in stark betroffenen Berufen finden die Forschenden nicht. Seit 2022 hat sich die Vollzeitbeschäftigung dort günstiger entwickelt als in weniger betroffenen Berufen. Der Vorsprung beträgt in der Altersgruppe von 30 bis 39 Jahren fast 6 Prozentpunkte, in der Gruppe von 40 bis 64 Jahren rund 5 Prozentpunkte. Anders bei Beschäftigten zwischen 20 und 29 Jahren: In stark betroffenen Berufen ging ihre Vollzeitbeschäftigung um 1,2 Prozentpunkte stärker zurück. Bereinigt um Homeoffice-Eignung und Konjunktur ist der Zusammenhang mit KI zunehmend negativ, aber statistisch nicht signifikant. Deutlicher schlägt die schwache Konjunktur durch: In wirtschaftlich angeschlagenen Sektoren sank die Beschäftigung junger Menschen von 2022 bis 2025 um 4,2 Prozent. Einen belastbaren negativen Zusammenhang mit KI finden die Forschenden nur im Verarbeitenden Gewerbe und in nicht akademisch geprägten Berufen.
IAB-Vizedirektorin Melanie Arntz fasst zusammen: „Eine höhere KI-Betroffenheit bedeutet nicht zwingend eine schwächere Beschäftigungsentwicklung.“ Das Team weist darauf hin, dass die Befunde beschreibend sind und keine Ursachen belegen.
Für Studierende und Hochschulen liefert die Analyse Daten zur Frage, wie sich der Berufseinstieg im Umfeld von KI entwickelt. Nach Einschätzung der Autoren sollte KI über 2025 hinaus als möglicher Einflussfaktor im Blick bleiben.
Originalmitteilung: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 13.10.2026: Mitteilung lesen (abgerufen 2026-10-22)