Meldung · Quelle: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 15.10.2026
Viele Betriebe in Deutschland sind grundsätzlich bereit, Arbeitskräfte aus Ländern außerhalb der EU einzustellen, tatsächlich getan hat es aber nur ein kleiner Teil. Das zeigt der IAB-Kurzbericht 19/2026 des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), den das Institut am 15. Oktober 2026 vorgestellt hat. Grundlage ist die IAB-Stellenerhebung, eine repräsentative Befragung von jährlich rund 15.000 Betrieben und Verwaltungen. Betrachtet wurden die zwölf Monate bis zum dritten Quartal 2025.
In diesem Zeitraum haben 4 Prozent aller Betriebe Beschäftigte aus Drittstaaten eingestellt, unter den Betrieben mit aktiver Personalsuche waren es 6 Prozent. Mit der Betriebsgröße steigt der Anteil: von 2 Prozent bei weniger als 20 Beschäftigten über 12 Prozent bei 50 bis 249 auf 16 Prozent ab 250 Beschäftigten. Zugleich würden 57 Prozent der Betriebe Arbeitskräfte aus Drittstaaten auch ohne anerkannten Berufsabschluss einstellen, 24 Prozent unter der Bedingung einschlägiger Berufserfahrung, 19 Prozent ohne Einschränkung. Rekrutiert wird vor allem im Gastgewerbe, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie in Handel und Verkehr.
Betriebe ohne solche Einstellungen nennen vor allem Sprachbarrieren, Unsicherheit über Qualifikationen und ein ausreichendes Angebot im Inland. Betriebe mit Erfahrung berichten von Verwaltungshürden und Problemen bei der Anerkennung. Die Ergebnisse beziehen sich auf die Zeit rund eineinhalb Jahre nach Abschluss der seit 2023 schrittweise in Kraft getretenen Reform der Fachkräfteeinwanderung. IAB-Forscherin Annette Jacoby hält begleitende Angebote wie vorbereitende Sprachkurse und eine betriebsnahe Qualifikationsberatung für nötig, damit das Fachkräfteeinwanderungsgesetz Wirkung entfaltet.
Für Personalgewinnung und Personalauswahl betreffen die Ergebnisse die Frage, wie Betriebe ausländische Qualifikationen und Berufserfahrung bewerten.
Originalmitteilung: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 15.10.2026: Mitteilung lesen (abgerufen 2026-10-22)