Validität

Auch: Gültigkeit, Validity, Testvalidität

Validität ist die Gültigkeit einer Messung oder Studie. Bei Tests beschreibt sie, wie weit Belege und Theorie eine Deutung der Testwerte für einen Zweck stützen; bei Studien unterscheidet man interne und externe Validität.

Validität, auf Deutsch Gültigkeit, beschreibt, ob eine Messung das erfasst und eine Studie das belegt, was sie erfassen oder belegen soll. Der Begriff wird in zwei Zusammenhängen gebraucht: Bei Tests und Fragebogen geht es um die Gültigkeit der Deutung von Testwerten, bei Studien um interne und externe Validität der Schlussfolgerungen. Unter den Gütekriterien nennen die Standards for Educational and Psychological Testing (AERA, APA und NCME 2014) die Validität die grundlegende Frage bei Entwicklung und Bewertung von Tests.

Grundlagen der Validität: von Validitätsarten zu Belegen

Lange unterschied die Testtheorie Inhalts-, Konstrukt- und Kriteriumsvalidität. Cronbach und Meehl (1955) beschrieben die Konstruktvalidität psychologischer Tests; Campbell und Fiske (1959) ergänzten die Prüfung über eine Multitrait-Multimethod-Matrix. Konvergente Belege sind dabei Zusammenhänge mit anderen Messungen desselben Merkmals, diskriminante Belege schwache Zusammenhänge mit Messungen anderer Merkmale. Die Standards von 2014 fassen Validität als einheitliches Konzept: Geprüft wird nicht der Test an sich, sondern eine bestimmte Deutung seiner Werte für einen bestimmten Zweck. Statt von Validitätsarten sprechen sie von Quellen für Validitätsbelege:

Klassische BezeichnungPrüffrageBelegquelle nach den Standards 2014
InhaltsvaliditätBilden die Aufgaben das gemeinte Merkmal oder die Tätigkeit ab?Testinhalt, etwa Urteile von Fachleuten
KonstruktvaliditätMisst der Test das theoretische Merkmal, nicht etwas anderes?innere Struktur, Antwortprozesse, Zusammenhänge mit ähnlichen und verschiedenen Tests
KriteriumsvaliditätHängen die Werte mit einem Außenkriterium zusammen, etwa Berufsleistung?Zusammenhänge mit Kriterien
–Welche Folgen hat die Verwendung der Werte?Konsequenzen der Testnutzung

Für die Kriteriumsvalidität unterscheiden die Standards zwei Untersuchungsformen: In einer prognostischen Studie wird das Kriterium später erhoben als der Test, in einer Übereinstimmungsstudie etwa zur gleichen Zeit. Wo tatsächlich vorhergesagt werden soll, wie bei der Personalauswahl, bilden prognostische Studien die Lage näher ab. Eine hohe Reliabilität ist Voraussetzung, aber kein Ersatz: Systematische Fehler rechnen die Standards nicht zum Messfehler der Reliabilität, sondern zu konstruktfremden Einflüssen, die die Validität schwächen.

Studienvalidität: intern und extern

Bei empirischen Studien fragt die interne Validität, wie weit ein Ergebnis frei von systematischen Verzerrungen ist, etwa durch die Auswahl der Teilnehmenden oder durch Abbrüche. Die externe Validität fragt, ob sich ein Ergebnis auf andere Personen, Situationen oder Zeiträume übertragen lässt. Andrade (2018) beschreibt die ökologische Validität als Unterform der externen: Gelten Befunde auch im Alltag außerhalb der Studiensituation? Alle drei sind Urteile über eine Studie, keine berechneten Kennzahlen. Wie Versuchspläne solche Verzerrungen begrenzen, behandelt der Eintrag Experiment.

Zwei Bedeutungen von ValiditätZwei Bedeutungen von ValiditätJe eine PrüffrageTestvalidität: Deutung von TestwertenInhaltBilden Aufgaben die Tätigkeit ab?KonstruktMisst er das gemeinte Merkmal?KriteriumHängt er mit einem Kriterium zusammen?Studienvalidität: Schlüsse aus StudienInternfrei vonVerzerrung?Externgilt es auchanderswo?
Abb.: Validität von Tests und von Studien mit je einer Prüffrage. Quelle: AERA, APA und NCME, Standards for Educational and Psychological Testing (2014); Andrade (2018), Stand Oktober 2026.

Zwei Gruppen. Testvalidität mit drei Karten: Inhalt, bilden die Aufgaben die Tätigkeit ab; Konstrukt, misst der Test das gemeinte Merkmal; Kriterium, hängt der Wert mit einem Außenkriterium zusammen. Studienvalidität mit zwei Karten: intern, ist das Ergebnis frei von Verzerrungen; extern, gilt es auch anderswo.

Validität im Studium der Wirtschaftspsychologie

Fächer zu Methoden und Statistik, darunter Forschungsmethoden und Empirie, nennen 69 von 95 erfassten Anbietern laut Recherche, Stand Oktober 2026, in Studiengangsnamen, Schwerpunkten oder Modullisten; Diagnostik als Fach steht bei 56 von 95. Klausur- und Methodenfragen betreffen etwa diese Punkte:

  • Validitätsarten an Beispielen unterscheiden und den Belegquellen der Standards zuordnen
  • Bedrohungen der internen Validität in einem Studiendesign erkennen
  • die Übertragbarkeit einer Laborstudie auf Kaufentscheidungen oder Arbeitsplätze beurteilen
  • in der Abschlussarbeit begründen, warum eine Skala das gemeinte Konstrukt misst

In der Praxis: Vorhersage in der Personalauswahl

In der Personalauswahl zählt vor allem die Kriteriumsvalidität: Wie gut sagen Testwerte, Interviewurteile oder Übungen eines Assessment-Centers spätere Leistung vorher? Sackett u. a. (2022) haben frühere Metaanalysen neu berechnet. Nach ihrer Analyse führten Korrekturen für eine eingeschränkte Streuung der Werte oft zu Überkorrekturen; die meisten Verfahren, die zuvor weit vorn lagen, bleiben dort, ihre mittleren Validitätsschätzungen liegen aber um 0,10 bis 0,20 niedriger. Ihre Empfehlung, in Übereinstimmungsstudien auf diese Korrektur zu verzichten, ist in der Fachliteratur umstritten (Oh u. a. 2023). Mehr zum Auswahlprozess steht im Eintrag Eignungsdiagnostik.

Bei Skalen in Mitarbeiterbefragungen stellt sich die Frage der Konstruktvalidität: Misst eine Skala zum Beispiel Arbeitszufriedenheit oder nur allgemeine Stimmung? In der Markt- und Konsumentenforschung stellt sich die Frage der ökologischen Validität, wenn Befunde aus Laborsituationen auf echte Kaufentscheidungen übertragen werden sollen.

Verwandte Begriffe

Quellen

Stand der Angaben: Oktober 2026

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