Meldung · Quelle: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 20.10.2026
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat am 20. Oktober 2026 im IAB-Forum eine Auswertung zu den Gründen vorgelegt, aus denen Betriebe auf Künstliche Intelligenz verzichten. Datengrundlage ist das IAB-Betriebspanel für das zweite Halbjahr 2025, Angaben zur Fallzahl enthält der Beitrag nicht. Nach den Daten setzte in diesem Zeitraum etwa jeder vierte Betrieb generative KI ein, rund fünfmal so viele wie 2023. Weitere 9 Prozent planten den Einsatz, rund zwei Drittel weder das eine noch das andere.
Von diesen Betrieben sahen 88 Prozent keine passenden Anwendungsmöglichkeiten. Fehlendes Wissen nannten 36 Prozent, fehlende Fachkräfte für die Einführung 34 Prozent, nicht kompatible IT-Systeme 33 Prozent, Datenschutz- und Sicherheitsbedenken sowie rechtliche Unsicherheit jeweils 32 Prozent. 30 Prozent hielten KI für zu teuer. Der Anteil ohne erkennbaren Anwendungsfall hängt dabei kaum vom KI-Potenzial des Berufsmixes ab: In der Gruppe mit wenig Potenzial liegt er bei 91 Prozent, in der Gruppe mit viel Potenzial bei 85 Prozent. Die KI-Nutzung selbst unterscheidet sich zwischen diesen Gruppen deutlich, mit 13 gegenüber 41 Prozent.
Im Verarbeitenden Gewerbe werden technische und organisatorische Hürden um bis zu 15 Prozentpunkte häufiger genannt als bei Dienstleistern, rechtliche Unsicherheit spielt besonders im Finanz- und Gesundheitswesen eine Rolle. IAB-Forscher Christian Kagerl ordnet ein: „Ein Teil des KI-Potenzials scheint somit bislang noch ungenutzt oder nicht in konkrete betriebliche Anwendungsfälle übersetzt“.
Für die Personal- und Organisationsarbeit benennen die Daten die Hürden, die Betriebe selbst bei der Einführung von KI angeben, von fehlendem Wissen über die IT-Ausstattung bis zu Fragen des Datenschutzes.
Originalmitteilung: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 20.10.2026: Mitteilung lesen (abgerufen 2026-10-22)