Meldung · Quelle: CHE Centrum für Hochschulentwicklung, 12.10.2026
Das CHE Centrum für Hochschulentwicklung in Gütersloh hat am 12.10.2026 ein Dossier zur Flexibilisierung des Studiums vorgestellt. Es ist am 08.10.2026 in der Reihe DUZ Spotlight in der Ausgabe 03/2026 der Zeitschrift DUZ Wissenschaft und Management erschienen. Verfasst haben es Sigrun Nickel, Leiterin Hochschulforschung beim CHE, und Senior Projektmanagerin Anna-Lena Thiele.
Ausgangspunkt ist die Lage in Deutschland. Nach Angaben des CHE ist das Vollzeitstudium bei 88 Prozent der Bachelor- und bei 97 Prozent der Masterangebote vorgesehen, während rund 64 Prozent der Studierenden im Präsenzstudium nebenher erwerbstätig sind. Hinzu kommen Studierende mit Familienaufgaben oder mit beruflichem Bildungsweg.
Das Dossier beschreibt Instrumente aus Finnland. Über sogenannte Open Studies lassen sich einzelne Kurse oder Module ohne reguläre Einschreibung belegen. Studierende können zudem Veranstaltungen anderer Hochschulen besuchen und sich die Leistungspunkte anrechnen lassen. Im Verbund Tampere Universities öffnen die Universität und die Fachhochschule in Tampere einander mehr als 1.000 Lehrveranstaltungen. Digitale Angebote bündelt die landesweite Plattform Opin.fi. Zugleich halten die Autorinnen fest, dass große Wahlfreiheit ohne Orientierung die Komplexität erhöhen kann; flexible Wege setzten verlässliche Studienpläne, klare Anerkennungsregeln und Beratung voraus.
„Das finnische Beispiel lässt sich nicht eins zu eins auf Deutschland übertragen“, sagt Thiele. Ungenutztes Potenzial sieht sie vor allem bei hochschulübergreifenden Angeboten. Drei für das Dossier befragte Hochschullehrende betonen zudem eine Balance zwischen Präsenz- und Onlinelehre, bei der beide einen erkennbaren Nutzen für Studierende haben.
Für Studierende, die neben Beruf oder Familie studieren, und für Hochschulen mit berufsbegleitenden Programmen beschreibt das Dossier Ansätze, die über die Verlagerung von Lehre ins Netz hinausgehen und Studienpläne, Prüfungsformen und Anerkennung einbeziehen.
Originalmitteilung: CHE Centrum für Hochschulentwicklung, 12.10.2026: Mitteilung lesen (abgerufen 2026-10-22)